Der Vibrator und seine Geschichte

In der Zeit vor 1900 gab es eine Menge seltsamer medizinischer Gerätschaften. So waren beispielsweise Blutegel ein gängiges und häufig eingesetztes Werkzeug, welches damals jeder gute Arzt im Gepäck hatte, Babys bekamen Opioide, um Husten und Reizbarkeit zu behandeln und Holzasche und Alaun wurden im London der viktorianischen Ära gerne mit Brot gemischt…und anschließend Babies verabreicht, um sie zu entwöhnen.

Eines der faszinierendsten medizinischen Geräte der damaligen Zeit, gibt es sogar heute noch, wenn auch in einer ganz anderen Form. Heute werfen wir einen Blick auf die spannende Reise des Vibrators, der als zeitsparendes, dampfbetriebenes Gerät von Ärzten eingesetzt wurde und heute etwas moderner ist und mit Batterien betrieben wird.

Die ersten Vibratoren

Die ersten Vibratoren wurden als ein Werkzeug entwickelt und erfunden, um Ärzten zu helfen, “weibliche Hysterie” zu behandeln. Diese häufig verzeichnete “Erkrankung” tritt oftmals mit Symptomen wie Reizbarkeit, Appetitlosigkeit, Nervosität, Kopfschmerzen und die Angst vor drohender Geisteskrankheit…sowie eine Tendenz “Ärger zu machen”! Ärzte glauben, dass diese Krankheit ihren Ursprung im Mutterleib hat, zum einen weil Frauen während dem Geschlechtsverkehr keine Flüssigkeiten freisetzen, wie es bei Männern der Fall ist (und dieser Aufbau sollte zu Problemen führen) und zum anderen, da man damals dachte, dass ihre Gebärmutter um den gesamten Körper wandert und Probleme bei lebenswichtigen Organen verursachen kann.

Die medizinische Behandlung dafür, war eine einfache, manuell durchgeführte Massage, jedoch war dies sehr zeitaufwändig und ob man es glaubt oder nicht, für den behandelnden Arzt auch eine langweilige Angelegenheit! Also wurde einer der ersten Vibratoren erfunden.

Dampfbetriebene Vibratoren und die Ärzteschaft

Der dampfbetriebene Vibrator war nicht sonderlich weit verbreitet, war damals allerdings wirklich ein revolutionäres Gerät, da man die Aufgabe automatisieren konnte, Frauen einen Orgasmus zu bescheren. Die Dampfmaschine befand sich in einem anderen Zimmer, hatte aber einen vorstehenden Teil, der in das Zimmer führte, in dem sich der Patient befand…wodurch etwas Privatsphäre geschaffen wurde. Die bessere Entspannung, die sich durch diese Privatsphäre breit machte, hat womöglich stark dazu beigetragen, dass die Behandlung dieses “hysterischen Paroxysmus” immer schneller wurde.

Vibratoren rücken in den privaten Bereich ein – Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts

Vibratoren waren eines der fünf ersten Haushaltsgegenstände, die elektrifiziert wurden – Der Toaster kam noch vor dem Vibrator, jedoch kamen vibrierende Dildos noch vor Staubsauger und Bügeleisen. Während des frühen 19. Jahrhunderts erschienen die ersten Vibratoren in Stag Filmen – und die Öffentlichkeit begann langsam zu verstehen, wofür diese Geräte gut waren. Sie wurden damals noch als “persönliche Massagegeräte” beworben, meist in Magazinen für Haushalt und Frauen-Handarbeiten, jedoch war es allen Lesern klar, wofür sie wirklich gedacht sind!

Was es heute alles an Vibratoren gibt

Wüssten die Männer und Frauen des 17. Jahrhunderts, was aus der damaligen Erfindung heute geworden ist, wären sie mit Sicherheit erstaunt, wie viele verschiedene Vibratoren es heute gibt! Heute gibt es Vibratoren, die sich gleichzeitig zum Rhythmus der Musik auf Ihrem iPod bewegen, Vibratoren aus 18 Karat Gold und Vibratoren die sich merken können, was Ihnen besonders gut gefällt…und besorgen es Ihnen das nächste Mal so richtig, wenn sie ihn einschalten! Natürlich sind wir heute auch viel offener gegenüber Vibratoren. Es besteht absolut keine Notwendigkeit, sie zu verurteilen, ausschließlich ein wirksames Mittel gegen Hysterie oder ein Massagegerät für zu Hause zu sein.

In den letzten dreihundert Jahren hat sich der Vibrator enorm entwickelt und es ist immer wieder faszinierend darüber nachzudenken, wie lange es dieses bekannte Spielzeug für Erwachsene schon gibt. Da weiß man doch gleich viel mehr zu schätzen, was wir heute haben!

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